Generali sperrt freie Versicherungsmakler aus

Die Generali Lebensversicherung AG möchte ab dem 01.04.2016 auf eine Zusammenarbeit mit freien und unabhängigen Versicherungsmaklern verzichten. Das geht aus einer Meldung des Versicherungsboten vom 18.02.2016 hervor. Doch was steckt dahinter?

Wie gestern im Versicherungsboten geschrieben stand, will die Generali ab 01.04.2016 kein Neugeschäft im Bereich der Lebensversicherung mehr annehmen, d.h. die dortige Zusammenarbeit beenden. Das betrifft somit nicht nur klassische Lebensversicherungen, sondern alles was in diese Versicherungssparte fällt, also auch Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU), Erwerbsunfähigkeitsversicherungen (EU), Risikolebensversicherungen und Rentenversicherungen. Letztere liegen bei uns ohnehin nicht im Fokus, da wir der Meinung sind, dass diese überwiegend den Kunden langfristig nur Geld kosten, anstatt welches zu bringen. Das ist aber ein anderes Thema.

Alle anderen Bereiche wiederum lassen sich sehr gut mit Hilfe anderer Versicherer abdecken, die oftmals preislich günstiger liegen und zudem bessere Versicherungsbedingungen aufweisen. Somit stellt die Entscheidung der Generali für Neuverträge von Versicherungsmaklern und damit deren Kunden keine Einschränkung dar.

Wozu dann die Aufregung über die Generali?

Betrachtet man die Vergangenheit der Generali Versicherung und deren Tochtergesellschaften näher, drängt sich ein Verdacht auf:

Zu Beginn waren alle Gesellschaften gleichwertig über die freie Maklerschaft vermittelbar. Angefangen von der AachenMünchener, über die Central Krankenversicherung bis hin zur Volksfürsorge. Nach und nach Begann man, in zuvor genannter Reihenfolge, die Zusammenarbeit mit freien Versicherungsmaklern zu beenden. Bestehende Kundenverbindungen kann man den Maklern zwar nicht wegnehmen, aber diese können keine courtagepflichtige Betreuung von Bestandsverträgen mehr übernehmen, die zuvor nicht über ihr Haus liefen. Dabei muss man wissen, dass die Generali über ein großes Heer von Versicherungsvertretern verfügt, die ausschließlich Produkte ihrer Gesellschaft vertreiben (müssen). Gleiches gilt für die anderen genannten Unternehmen, welche über die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) vertrieben werden. Letztere ist bei Presse und Verbraucherschutz schon sehr häufig durch ihre Vertriebsmethoden negativ aufgefallen.

Dadurch liegt die Vermutung nahe, man möchte sich der kritischen und freien Maklerschaft entledigen. Im Gegensatz zu ihrem gebundenen Pendant, können diese nämlich den für ihre Kunden besten Versicherungsschutz am gesamten Markt suchen und sind nicht auf einen oder wenige Versicherer beschränkt. Bisher war es regelmäßig der Fall, dass man als Versicherungsmakler Verträge übernehmen konnte, die zuvor im eigenen Vertrieb der Generali betreut worden sind und dafür auch die entsprechende Aufwandsentschädigung (Courtage) erhalten hat. Zukünftig wird es so sein, dass man als Versicherungsmakler die Verträge unzufriedener Generali Kunden in die Betreuung übernimmt, aber für die Aufwendungen seitens der Versicherung keinen Cent mehr erhält. Die entsprechend eingepreisten Betreuungscourtagen, die der Kunde ohnehin zahlt, verbleiben dann bei der Gesellschaft als „Sondergewinn“ ohne Gegenleistung.

Generali Produkte vermeiden!

Als letztes Vertriebssegment bei der Generali im freien Maklermarkt gibt es jetzt noch die Sachsparte, wozu beispielsweise Kfz-Versicherungen, die Gebäudeversicherung oder die Betriebshaftpflichtversicherung zählen. Hier erhält die Gesellschaft noch relativ viel Geschäft von Maklern, trotz ungewisser Zukunft. Wobei die Marschrichtung ja eindeutig ist.

Aufgrund dieses Verhaltens gegenüber Versicherungsmaklern und Versicherungsnehmern rufen wir alle Kollegen und Kunden dazu auf, Generali Produkte ab sofort zu vermeiden! Boykott, also Geldentzug, ist leider die einzige Sprache, die solche Unternehmen verstehen.

Kommentare 6

  • Hast Du prima gemacht, bin zwar kein Makler. Aber es gibt ja noch genügend andere Versicherungen??

  • Hallo Markus,

    wenn Du mir folgende Mail sendest, dann willst Du meine Meinung wissen. Stimmt’s?

    „Moin Thomas,
    falls du das ähnlich siehst wie ich, kannst du meinen Artikel ja mal
    unter deinen Kollegen verbreiten: Falls nicht, natürlich auch ;)“

    Ich nehme mal die zwei Schlagzeilen aus Deinem Blog.

    1. Wozu dann die Aufregung über die Generali?
    Keine Ahnung, wer regt sich auf?
    „Dadurch liegt die Vermutung nahe, man möchte sich der kritischen und freien Maklerschaft entledigen“
    Ist das Deine Vermutung und wie belegst du diese? Da ich nicht mit der Generali arbeite, kann ich dies nicht beurteilen. Vielleicht weißt Du hier mehr.

    2. Generali Produkte vermeiden!
    Warum schreibst du das? Gerade im Gebäudebereich gibt es nicht mehr so viele Anbieter oder sehe ich dies falsch? Viele Lebensversicherer haben Probleme und wenn nun alle Ihr Lebensgeschäft einstellen, verkaufen et., bleibt vielleicht am Ende nur die Allianz übrig. 🙂

    Soweit von mir 🙂
    T. Krosse
    http://www.mdf-gruppe.de

    • Hallo Thomas,

      danke für deinen Kommentar!

      Der Artikel von mir stellt natürlich in erster Linie (m)eine Meinung dar und genau wie du, benötige ich die Generali im LV-Bereich für Neuverträge nicht. Meine Vermutung begründe ich mit der Entwicklung in der Vergangenheit, in welcher die Generali wie im Blogbeitrag beschrieben, mehrere Anbindungen von Tochtergesellschaften gegenüber der Maklerschaft gekündigt hat.
      Hauptsächlich stört mich das Verhalten der Gesellschaft gegenüber Maklern und Kunden, da man die Betreuung von Bestandsverträgen so einerseits erschwert und andererseits die trotzdem vereinnahmten Gebühren nicht an die Kunden ausschüttet.

      Im Sachversicherungsbereich oder Randsparten gebe ich dir natürlich recht: Wenn es nicht anders geht und für den Kunden das Beste ist, würde ich natürlich nicht von der Generali abraten, aber oftmals gibt es mehrere gute Alternativen.
      Auch bei der Gebäudeversicherung gibt es, trotz schwieriger Ertragslage, noch zahlreiche Anbieter am Markt.

      Gern kannst du dich hierbei an mich wenden! 🙂

  • Jeder bekommt was er verdient, so auch die Generali…
    Machen alle Makler mit, so geht es schneller….

  • Was soll es. Manche wollen sich halt dem Markt nicht stellen und auf die alte Masche setzen, Kunden durch einen mehr oder minder qualifizierten aber gut dressierten eigenen Außendienst zu drangsalieren. Ob so etwas heute noch zeitgemäß ist? Ich wage es zu bezweifeln. Der Markt wird die Entscheidung fällen. Ich glaube nicht, das sich der Kunde der Zukunft noch freut einen Versicherungsvertreter in seinem Hause zu empfangen, welcher ihm neben dem was er wirklich braucht noch einen Bauchladen voll Ladenhüter anpreist während er seinen Kaffee trinkt. Denn genau dafür ist die Ausschließlichkeit doch da.
    Heute hat der Kunde ganz andere Möglichkeiten sich zu informieren und seinen Bedarf nach seinen Vorstellungen einzudecken. Damit will ich eine fachgerechte persönliche Beratung nicht totreden und check24 und wie sie alle heißen zum Ideal erklären. Aber irgendwo in der Mitte wird die Wahrheit liegen und es nützt nichts davor die Augen zu verschließen.

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